Gillian

23 bisher veröffentlichte Bücher – und die feste Überzeugung, dass noch viele Geschichten darauf warten, erzählt zu werden.

Zwei Felsen im Meer mit Regenbogen am Himmel
Porträt einer Frau mit grauen, schulterlangen lockigen Haaren, rotem Lippenstift, Perlenohrringen und Perlenkette, vor schwarzem Hintergrund.

Manche Wege beginnen nicht mit einem Schritt.

Sondern mit einer Geschichte.

Ich glaube, dass Geschichten überall sind.

Sie begegnen uns in Menschen, Orten, Erinnerungen, Träumen und manchmal in Augenblicken, die wir zunächst kaum beachten. Seit vielen Jahren sammle ich solche Geschichten – zunächst für mich selbst, später auch für andere.

Mein Weg als Autorin begann nicht mit einer Veröffentlichung, sondern mit einem sehr persönlichen Buch. Ein Gedichtband mit 325 Gedichten, geschrieben in Deutsch und Englisch, entstand ursprünglich als Geschenk für einen einzigen besonderen Menschen. Von diesem Buch existieren bis heute nur zwei Exemplare.

Warum habe ich nach vielen Jahren plötzlich wieder zu schreiben begonnen? Die Antwort ist ungewöhnlich.

Am Anfang stand keine Idee für ein Buch. Kein Schreibkurs. Kein Vorsatz für das neue Jahr.

Am Anfang stand eine Stimme.

Sie kam unerwartet in mein Leben und berührte etwas in mir, das längst verloren schien. Sie erinnerte mich an einen Teil von mir, den ich über Jahre vergessen hatte: die Geschichten, die Worte und die tiefe Freude am Schreiben.

Was als ein einzelner Moment begann, wurde zu einer Reise. Aus einem Satz wurde eine Seite. Aus einer Seite wurde ein Buch. Und aus einem Buch wurden viele weitere.

Was damals als etwas sehr Persönliches begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer Leidenschaft und schließlich zu einem festen Bestandteil meines Lebens. Heute umfasst mein Werk Romane, autobiografische Bücher, Gedichtbände und Texte über Erinnerung, Liebe, Verlust, Hoffnung und die Fragen, die uns Menschen verbinden.

Viele meiner Geschichten bewegen sich zwischen Realität und Fiktion. Sie entstehen aus Beobachtungen, Erfahrungen, Begegnungen und der Überzeugung, dass jedes Leben mehr Geschichten enthält, als wir auf den ersten Blick erkennen können.

Ich schreibe über Menschen, die suchen. Über Wege, die sich kreuzen. Über das, was bleibt, wenn Jahre vergehen. Und über die kleinen und großen Momente, die ein Leben verändern können.

Denn manchmal beginnt eine Geschichte genau dort, wo andere glauben, dass sie längst zu Ende ist.

Ich schreibe, weil ich diese Geschichten sehe. Nicht nur die großen, dramatischen. Sondern auch die leisen. Die, die zwischen zwei Blicken entstehen. Die, die nie ausgesprochen werden. Die, die Menschen ein Leben lang in sich tragen.

Manche Geschichten beginnen nicht mit Worten. Sie beginnen mit einem Augenblick, der uns daran erinnert, wer wir einmal waren und wer wir immer noch sind. Vielleicht war es genau dieser Moment, der mich zurück zu meiner Stimme führte. Und damit zu allem, was seitdem entstanden ist.

Viele Leser fragen mich, woher meine Geschichten kommen. Die ehrlichste Antwort lautet: ich weiß es nicht immer. Manche entstehen aus einer Begegnung. Manche aus einem Traum. Manche aus einem einzigen Satz, der plötzlich da ist und nicht mehr verschwindet. Und manchmal genügt ein Ort wie Amalfi, eine Straße in Frankfurt oder München oder ein Mensch, der nur wenige Minuten brauchte, um Teil meines Lebens zu werden und eine ganze Welt entstehen zu lassen.

Ich betrachte das Schreiben nicht als Beruf, sondern als eine Form des Zuhörens.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum meine Bücher so unterschiedlich sind und doch alle denselben Ursprung haben: die Suche nach dem, was Menschen verbindet – über Zeit, Entfernung und manchmal sogar über das hinaus, was wir erklären können.

Wenn meine Geschichten ihre Leserinnen und Leser berühren, dann wünsche ich mir vor allem eines:

Dass sie sich darin nicht verlieren, sondern ein Stück von sich selbst wiederfinden.